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Neuerung in den Citrix Provisioning-Services

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Citrix hat es geschafft. Mit der neuen Provisioning Services Version preisen Sie Features an wie:

  1. Ab jetzt kann die Konsole auch auf Windows 8 installiert werden
  2. Die Konsole ist jetzt in Chinesisch vorhanden
  3. der Microsoft SQL-Server 2014 kann verwendet werden

Das klingt alles schön und gut, aber weltbewegende Features sind nicht vorhanden. Oder? Citrix hat die besten Neuerungen und Features die Sie in die 7.1 und 7.6 Versionen gepackt haben mehr oder weniger verschwiegen. Klar sind der Support der neusten Windows Betriebssysteme gut und sicher wichtig, aber ein Grund zum Update sind sie nicht. Denn wer Updated benötigt meist kein neues Image und auch keinen neuen Server, denn sonst Updatet er nicht, sondern installiert neu. Hauptargumente für ein Update sind meiner Meinung nach der Multi-NIC-Support und das neue Cache-Feature „RAM-Cache with overflow to Disk“.

Multi-NIC-Support

Bisher konnte bei Hyper-V nur der Legacy Network-Adapter für PXE-Boot verwendet werden. Dass dieser auf 100 Mb/s begrenzt ist merkt man spätestens beim Booten einer provisionierten Maschine. Das weiss auch Citrix. Ab Version 7.1 können aber mehrere NICs angeschlossen werden. Der VDisk Client der Maschine erkennt dann, dass zwei NICs angeschlossen sind und lädt die Provisionierte Disk über den schnelleren Anschluss. Dadurch verringert man nicht nur die Boot-Zeit, sondern hat auch nach dem Booten eine grössere Bandbreite für Netzwerk-lastige Applikationen zur Verfügung. Schliesslich ist das nicht nur eine Verbesserung im Prozentbereich, sondern von 100 Mb/s auf 10Gb/s. Trotz allem kommt dieses Feature ein wenig spät, denn mit der 2012 HyperV R2 Variante kann bereits mit dem Synthetic-NIC ein PXE-Boot gemacht werden. Da der PXE-Boot aber weiterhin beim Synthetic-NIC nur für Windows 8 und Server 2012 zur Verfügung stehen wird, kann es für Windows Server 2008 R2 Nutzer und Windows 7 Nutzer durchaus attraktiv sein.

Das Einrichten ist ziemlich einfach, allerdings muss man ein neues Image der provisionierten Server ziehen. Den zu verwendenden Adapter kann man nämlich nur beim Installieren des VDisk-Clients wählen. Es ist ebenfalls zu beachten, dass die beiden Adapter im selben Netz sein müssen, da der VDisk-Client sonst keine Auswahl zur Verfügung stellt.

In diesem Link sind alle Voraussetzungen von Citrix aufgelistet.

RAM-Cache with overflow to Disk

Meiner Meinung nach das beste Feature mit den neuen Provisioning Versionen.
Bei provisionierten Maschinen muss zwangsläufig ein privater Teil für jede Maschine zur Verfügung stehen, in die alle Änderungen hineingeschrieben werden können. Bisher gab es 3 Möglichkeiten die Ihre Vor- und Nachteile hatten.

  1. Alle Änderungen ins Memory zu schreiben.
    Dies benötigt viel RAM und falls der VDisk Client merkt, dass kein RAM mehr zur Verfügung steht, booted er die Maschine einfach kurzerhand. (Dies wurde von mir unter Windows 7 getestet, es kann sein, dass bei einer Servervariante dies nicht so kurzerhand gemacht wird)
  2. Eine zusätzliche Cachedisk an die Maschine anzuhängen.
    Und somit alle Änderungen auf eine Festplatte zu schreiben. Dementsprechend sind die Zugriffszeiten aber auch langsam. Schliesslich muss eine Netzwerkplatte ausgelesen werden, welche dann auf eine lokale Festplatte zwischengespeichert wird.
  3. Den Provisioning-Server als Cache
    Somit finden alle lese- und schreib-Operationen via Netzwerk statt. Von mir aus gesehen die langsamste Variante, dadurch entfällt aber die lokale Disk.

Neu gibt es nun ab PVS 7.1 auch die „RAM with overflow to Disk“-Variante. Dadurch wird alles im RAM gespeichert, falls dieses aber von lokalen Ressourcen benötigt wird, wird ohne reboot das RAM wieder freigegeben und auf die zusätzlich angehängte Disk zwischengespeichert. Der Nachteil hierbei ist wieder, dass eine Disk benötigt wird, die an jede Maschine angeschlossen wird. Ebenfalls muss diese Disk nur für diesen Server zur Verfügung stehen. Aber der Vorteil des schnellen Zugriffs wiegt das allemal auf. Zum Vergleich:

Testenvironment:

  • mit 8GB File 80% Write 20% Read Random (IOMETER)
  • Bei RAM with overflow to Disk jeweils 8GB RAM-Cache erlaubt
  • Als Storage wurde ein 3PAR mit 15’000 RPM Festplatten verwendet

Spannend für mich war, dass die IOPS bei dem 10 GB File nur geringfügig einbrachen obwohl das RAM eindeutig am Anschlag war. Mit einem grossen Project File habe ich nach den Tests jeweils geprüft ob das RAM auch wieder sauber freigegeben wird. Zumindest die Office-Applikationen konnten sich RAM zuteilen obwohl im Task-Manager ganz klar kein Platz mehr war, ohne dass eine Meldung kam oder es speziell lange gedauert hätte.
Diese Änderungen wurden an einem Citrix-Server durchgeführt. Nach den Änderungen habe ich mit Benutzern die Logon-Times gemessen. Auch hier habe ich klare Verbesserungen festgestellt:

  • Vor Anpassung: 70 Sekunden Anmeldung (150 Sekunden bei neuem Profil, noch nie angemeldet)
  • Nach Anpassung: 20 Sekunden Anmeldung (65 Sekunden bei neuem Profil, noch nie angemeldet)

Einschalten kann man das Feature übrigens via Konsole ganz einfach:
Unter den Properties kann man den Cache-Type auswählen und dort angeben wie viel RAM maximal für den Cache aufgewendet werden soll. Der Overflow wird dann eben auf eine zusätzlich angehängte Disk geschrieben.