zum Inhalt springen
Kontakt

Office 2016 - Ein erster Einblick (Aktualisiert 22.04.2015)

Markus Estermann
Logo von Office 2016

Der Office 2016 Knaller

Ich starte gleich mit einem Knaller (ok, aus meiner Sicht): Das neue Dropdown beim Einfügen von Attachments. Es listet automatisch alle zuletzt verwendeten Office-Dokumente auf.

Screenshot Outlook 2016 Mail Attachment einfügen
Screenshot Outlook 2016 Mail Attachment einfügen

Klickt man ein Dokument an, welches in SharePoint oder OneDrive abgespeichert ist, fragt Outlook, ob man einen Lese-Link, einen Bearbeiten-Link oder wie bisher die Datei ganz normal einfügen möchte. Nie mehr Firmenintern Anhänge verschicken, eine riesige Vereinfachung der Zusammenarbeit. Bitte Microsoft, auch die PDFs für den Versand an externe Empfänger dort auflisten!

 

Alles von Anfang an

Der „rote Faden“ dieses Blog-Posts hat seinen Anfang natürlich bei der Installation. Das Dropdown-Feature finde ich aber so gut, das musste einfach an den Anfang. Zurück zum Faden. Interessant ist auch das klare Statement zu den Makros (siehe weiter unten). Nun aber wirklich zurück zum „roten Faden“!

Installation, Farben und Allgemeines

Nach der Installation mittels Click-to-run zeigen sich die einzelnen Office-Programme im Startmenü mit dem Zusatz „Preview“, z.B. „Word 2016 Preview“. „Office 2016“ wird der offizielle Name für die nächste Desktop-Version sein.

Wer jetzt eine Fülle an Änderungen und neuer Funktionen erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Microsoft betitelt die Version als „IT Pro and Developer Preview“, also für Unternehmens-IT und Entwickler wie wir. Man merkt ihr an, dass der Fokus in den letzten zweieinhalb Jahren seit dem Erscheinen von Office 2013 bei der Entwicklung von Office 365 lag, getreu dem Microsoft-Motto „Mobile First, Cloud First“. Es sind praktisch keine sichtbaren neuen Funktionen hinzugekommen. Microsoft hat aber angekündigt, monatliche Updates zu veröffentlichen.

Gut, jäno, schauen wir uns das an was wir haben. Mein Blick in die Glaskugel folgt dann am Schluss.

Beim Starten der Programme sticht einem die neue Farbe ins Auge. Das Word-Blau ist kräftiger, dasselbe gilt auch für das Excel-Grün, PowerPoint-Orange usw. Ob das nun eine bahnbrechende Neuerung ist, überlasse ich euch (man kann sie im übrigen auch auf Hellgrau, Grau und Dunkelgrau umstellen).

Neuerungen bei Word

Beim Öffnen eines Dokuments über das Backstage-Menü zeigt sich eine weitere Änderung. Der Durchsuchen-Knopf ist von ganz unten nach ganz oben gewandert. Nicht nur das Öffnen-Tab, auch das Speichern-Unter-Tab haben diese sinnvolle „Neusortierung“ erfahren.

Word 2016 Backstage-Neusortierung
Word 2016 Backstage-Neusortierung

Eine weitere sichtbare Änderung ist die „Tell me“-Box am oberen Bildschirmrand (auf Deutsch „Was möchten Sie tun?“). Diese gibt es bei allen Office-Produkten. Gibt man dort z.B. „Bild“ ein, schlägt einem Word alle Funktionen im Zusammenhang mit „Bild“ vor. Ist das nun die definitive Rückkehr von Karl Klammer, dem liebenswürdigen Assistenten?

Screenshot Word 2016 Preview Tell-me Box
Screenshot Word 2016 Preview Tell-me Box

Neuerungen bei Outlook

Eine praktische kleine Neuerung findet sich in der Mail-Ansicht in Outlook. Die Platzverschwendung bei den Empfänger- und Absender-Adressen in Outlook 2013 wurde reduziert und neu haben alle Attachments ein Drop-down-Menü bekommen.

Screenshot Outlook 2016 Mail und Attachments
Screenshot Outlook 2016 Mail und Attachments
Vergleich Screenshot Outlook 2013 Mail und Attachments
Vergleich Screenshot Outlook 2013 Mail und Attachments

In Outlook gibt es weitere Verbesserungen hinter der Fassade.  Die Netzwerkverbindungen wurden so optimiert, dass Outlook nicht mehr ständig einfriert, wenn die Verbindung nicht so stabil ist. Die Suchfunktion wurde mit derjenigen aus anderen Office-Programmen ersetzt und soll nun performanter und benutzerfreundlicher sein, allerdings nur in Verbindung mit Exchange.

Was ist mit Makros und Addins?

Interessant für Unternehmen und andere, die Makros einsetzen ist, dass Microsoft im Bereich Makros und Addins keine Änderungen vornehmen wird:

We’re not making any changes to Macros or Add-ins in this release. It’s rare that “no changes” is a something we’d want to highlight, but we think it’s worth celebrating the consistency in the programming model across releases. We understand how important this is and we’re committed to a high level of compatibility as we continue to innovate.

http://blogs.office.com/2015/03/16/announcing-the-office-2016-it-pro-and-developer-preview

Man könnte Microsoft aber auch die Worte im Mund umdrehen und behaupten, dass sie bis Office 2013 die Makros und Addins weiterentwickelt haben, die Weiterentwicklung nun für Office 2016 stoppen („no changes“) und in zukünftigen Versionen rauswerfen bzw. durch andere Methoden ablösen („continue to innovate“). Makros und Addins waren bisher nur in den Desktop-Versionen von Office möglich, in den Online-Versionen der Office-Programme (via Office 365) konnten sie noch gar nicht verwendet werden. Das wird wohl auch so bleiben. Somit sind massive Erweiterungen in den online-tauglichen Apps für Office zu erwarten. Selbstverständlich sind wir mit unserer Docugate-Strategie ebenfalls auf diesem Weg – der Herbst kann kommen!

Lync bzw. Skype for Business

Lync wurde in Skype for Business umgetauft und kommt nun im Türkis-Kleid daher. Nebst der Integration von Skype-Kontakten und einigen Hintergrund-Verbesserungen gibt es (noch) nichts neues.

Excel, PowerPoint, Access, OneNote, Project

Leider konnte ich hier noch keine sichtbaren neuen Funktionen entdecken.

Fazit und Ausblick

Die Preview-Version von Office zeigt nur wenige Neuerungen. Technisch wurden einige Verbesserungen vorgenommen, sowohl im gesamten Excel-BI-Bereich wie auch für Administratoren. Im Bereich Office 365 sind bisher und kommen weiterhin ganz viele Funktionen hinzu, die die Desktop-Versionen bereits kennen. Zudem arbeitet Microsoft an den Office Universal Apps für Windows 10. Ich wage deshalb die Prognose, dass bei den Desktop-Applikationen nicht viel neues hinzu kommen wird, was ein Update von 2013 wirklich rechtfertigen würde. Kurz zusammengefasst:

  • Nicht viel neues in den Desktop-Versionen
    • Integration bestehender Online-Funktionen wie Delve, Office Video
    • Nochmalige tiefere Integration von SharePoint, Yammer und anderen O365-Features
  • Fokus auf die Zusammenarbeit, z.B.
  • Fokus auf das Zusammenspiel verschiedener Geräte, deshalb
    • Universal Apps für Windows 10
    • Office für iOS und Android
  • Erweiterungen im Programmiermodell um (endlich richtige) Apps für Office zu bauen

Gerade bei den Programmier-APIs besteht noch viel Aufholbedarf, wenn die Apps dereinst alle Makros und Addins ablösen sollen.

Was meint ihr? Eigene Gedanken und Links zu anderen Propheten sind sehr willkommen!

Update 22.04.2015

Microsoft hat letzte Woche angekündigt, mit den monatlichen Updates ein Office-2013-Update auszurollen. Dieses wandelt ab sofort den Lync-Client in „Skype for Business“ um. Ebenfalls veröffentlicht wurden Details zu den (sichtbaren) Neuerungen.