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Die Zukunft von HP (und HP Partnern) – rosig oder nicht?

Daniel Jäggli
hp-Logo

Die Aufteilung von HP in zwei unabhängige Unternehmen wird vorangetrieben. Unglaublich eigentlich – dies aus verschiedensten Blickwinkeln. Die ganze Welt fusioniert und zentralisiert um Skaleneffekte zu erreichen – HP macht das Gegenteil. Eine 120 Mrd. Dollar Company in zwei unabhängige, ähnlich grosse Unternehmen aufzuteilen ist ein Monsterprojekt. Da müssen auf einen Stichtag rund 700 neue Unternehmen gegründet, zehntausende neue Verträge ausgestellt, hunderte von IT Applikationen auseinander genommen und migriert, dutzende Prozesse angepasst werden und, und, und…

Diese Gedanken – und natürlich als HP Partner noch einige mehr – habe ich mir in den letzten Monaten auch gemacht. HP hat uns immer transparent orientiert. Selbstverständlich in Portionen, da vieles erst in den letzten Tagen klar werden wird. Wenn ich ganz ehrlich bin war ich überzeugt – und habe es auch etwas erhofft: HP wird vor der schieren Grösse der Aufgabe kapitulieren und diesen Schritt nicht machen.

Nun scheint es aber genau umgekehrt. Am halbjährlichen Partnermeeting wurde uns aufgezeigt, dass die Separation kommt und sogar auf gutem Wege ist. Ab. 1. August operieren die beiden Unternehmen voll getrennt – einfach noch unter einer rechtlichen Entität und Kasse – quasi ein «Dryrun». Ab 1. November wird dann auch der letzte Schritt vollzogen sein und unsere neuen Partner heissen HP Inc mit allen Devices und Services rund um den Arbeitsplatz und Hewlett Packard Enterprise mit allen Geräten und Services rund um das Datacenter. Beide Unternehmen würden nach der Jahresrechnung 13/14 rund je 57 Mrd. Umsatz machen und jeweils 5-6 Mrd. Profit. Also immer noch zwei Top 50 Companies, mit gesunden Zahlen, aber mit massiv erhöhtem Fokus auf Devices oder Datacenter (Cloud und on Premise).

Mit der Präsentation des im Separation-Prozess nun schon erreichtem, dem geplanten weiteren Vorgehen und dem Enthusiasmus der HP Schweiz Mitarbeiter bin ich nun erstmals guter Dinge. Ich habe da nun sogar eine eigene Formel entwickelt – frei abgleitet aus der Fusionsformel 1 + 1 = 3, welche dann aber meistens nach einer gewissen Zeit nur noch 1.5 ist. Also eine Separation ist 1: 2 = müsste dann nach dem Umkehrschluss eben nicht 0.5 ergeben sondern 2. Logische Rechnung oder?

Wie komme ich zu dieser schon fast enthusiastischen Meinung?

Menschen

Das Management von ganz oben bis in die Länder ist bekannt. Als positiv werte ich erstens, dass keine (grossen) Änderungen stattfinden. Ein weiterer Punkt meiner positiven Einstellung, also zweitens, ist Meg Withman. Sie hat als CEO von Hewlett Packard Enterprise und als Chairman von HP Inc eine „Zangenfunktion“. Diese stellt sicher, dass Synergien doch noch gesucht und wahrgenommen werden. Zum Dritten werden die Hierarchien flacher. Und viertens ergeben sich innerhalb der Länder plötzlich ganz neue Chancen für Mitarbeiter.

Produkte

Das aktuelle Portfolio beider Unternehmen darf man heute als «Best in its Class» bezeichnen. Die letzten Monate hat die alte Tante HP schon sehr viel innovativer agiert. Hier einige nicht abschliessende Beispiele dazu:

HP Inc

  • Tintenstrahldrucker Ink Office – keine Emmissionen, extrem schnell, tiefster Stromverbrauch
  • Neue Laserdrucker – schnellste erste Seite, 40% kleiner, weniger Emmissionen, geringerer Engergieverbrauch
  • HP Elitebook Folio 1020 – 1 kg leicht – einziges Carbongehäuse, welches den Military Standard erfüllt
  • HP Omen – der Tiger unter den Notebooks
  • HP Elitebook X2 mit Wireless Docking – Ein Gerät vom Tablet bis zur Workstation – für jeden Einsatzzweck
  • HP Elitedesk 800 – Von wegen der Desktop PC ist tot
  • HP Envy34c – der 34 Zoll Curved Monitor – arbeiten kann Freude machen

HP Envy34c Curved Monitor

 

Hewlett Packard Enterprise

  • HP Moonshot – vier Server so gross wie ein SmartPhone spezialisiert für HDI HP Converged System – Netzwerk, Server, Storage, Software in einem System – ready to use
  • HP 3Par All Flash – Echtes All Flash System – günstiger als klassische Harddisk Storage und dazu Faktor 100 performanter (4.6 TB und 9.6 TB Flash Disk werden noch dieses Jahr gelauncht)
  • HP Aruba Wireless – Campus Wireless optimal gemanagt

Innovation

In der Innovation liegt die Zukunft – auch hier – HP die Patentmaschine gibt wieder richtig Gas. Was dürfen wir in der nächsten Zeit erwarten?

  • HP Sprout – die neue Art des Computing mit 3D Scanner – Ca. Anfang 2016
  • HP 3D Printing – die ersten massentauglichen Mid Range 3D Printer werden viele Geschäftsmodelle revolutionieren oder ermöglichen – Ca. Ende 2016
  • HP The Machine – darüber haben wir schon zwei drei Mal berichtet – Lancierung ab 2017 – 2020 laufend in einzelnen Technologieschritten

 

 

Prozesse

Ohne funktionierende Prozesse geht nichts mehr. Zuversichtlich stimmt mich aber einerseits der «Dryrun», welcher doch 3 Monate Zeit gibt, an den aufgeteilten Prozessen und Systemen zu feilen. Andererseits der absolute Wille zur Agilität und zum Nutzen der neuen «Freiheit».

Dazu, sind viele Prozesse schon heute faktisch auf zwei Unternehmen aufgeteilt. Das Risiko hier ist klein und der Mut zur Verbesserung ist da.

Kapital

Der Erfolg der letzten beiden Jahre unter Meg Withman und die gefüllte „Kriegskasse“ (selbst während dieses Separation-Prozesses hat HP mit Aruba Networks wiederum eine Milliarden-Akquisition vorgenommen), geben den nötigen Handlungsspielraum. Und auch der Börsenkurs, sowie die Bewertung durch Analysten weisen in die richtige Richtung.

Partner

HP hat mit Abstand den grössten und besten Channel (etwas Eigenlob darf sein), sowie die führenden Partnerprogramme in der Industrie. Mit Partner First (HP Inc) und Partner Ready (Hewlett Packard Enterprise) wird das bewährte Partner One Programm weitergeführt. Zudem spüre ich langsam, bei Mitarbeitern, Partnern und Kunden steigende Zuversicht, Vertrauen und sogar auch Hoffnung, die Partnerposition durch den Split von HP festigen zu können.

Kunden

HP ist seit vielen Jahren Marktführer oder erster Challenger in den bearbeiteten Märkten und Segmenten. Diese Strategie wird nicht geändert – es soll einfach alles schneller gehen!

 

Also ich bin wirklich zuversichtlich. Hier wird 1:2 tatsächlich 2 ergeben. Was ist Ihre Meinung dazu? Was ist für Sie als Kunden wichtig?