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Noch SQL oder Windows Server 2008 R2 im Einsatz? Dann sollten Sie jetzt reagieren!

Markus Estermann
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Wenn Sie Windows Server 2008 R2 oder SQL Server 2008 R2 einsetzen, sind Sie betroffen: Der Lebenszyklus bzw. Support von Microsoft für diese beiden Versionen ist am 9. Juli ausgelaufen (SQL Server) oder läuft am 14.01.2020 aus (Windows Server). Wir erklären Ihnen in diesem Blogbeitrag, was Sie nun tun können.

Die beiden «R2»-Versionen von Windows und SQL Server 2008 wurden vor gut zehn Jahren veröffentlicht. Seither wurden sie durch verschiedene Service Packs und Updates mit neuen Funktionen ergänzt und durch Sicherheits-Patches aktuell gehalten. Damit ist nun Schluss. Zwar heisst das nicht, dass sie die beiden Produkte nicht mehr nutzen können. Aber:

Keine Sicherheits-Updates mehr

Sie erhalten keine Patches mehr für allfällige Sicherheitslücken. Aufgrund interner Richtlinien ist somit der Einsatz dieser «veralteten» Software bei den meisten Unternehmen nicht mehr erlaubt – und auch nicht empfohlen übrigens!

SQL-Kompatibilitätslevel nutzen

Der aktuell neuste SQL Server 2017 wurde im Oktober 2017 veröffentlicht und SQL 2019 steht in den Startlöchern. Beide Versionen erlauben, Datenbanken mit dem «Compatibility Level 100» zu betreiben. Das heisst, für die Applikation und die SQL-Datenbank «fühlt» es sich so an, als wäre weiterhin ein SQL 2008 im Einsatz. Im einfachsten Fall können Sie also einen SQL Server 2017 installieren und ihre Datenbanken dort ohne Änderungen an der Applikation oder Datenbank vornehmen zu müssen. Damit haben Sie ein «Upgrade» der Datenbank jedoch nur hinausgeschoben und können die neuen Features der Datenbank nicht nutzen.

SQL Server Kompatibilitätslevel Bild

Kompatibilitätslevel anpassen und testen

Mit diesem «Plan B» in der Hinterhand wird ein pragmatisches Vorgehen möglich. Sie können ihre Datenbank auf einem Testserver in das aktuelle Format konvertieren und das Kompatibilitätslevel auf 140 (was SQL 2017 entspricht) erhöhen. So können Sie ihre Applikation mit der neuen SQL-Version testen und allfällige Probleme und Inkompatibilitäten direkt in der Praxis feststellen. Eine vorgängige, aufwändige und doch «theoretische» Analyse des Quellcodes kann somit entfallen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen können Sie abwägen, ob sie den Aufwand für die Anpassung der Applikation in Kauf nehmen und dafür eine aktuelle Datenbankversion mit neuen Features nutzen können. Oder alternativ die DB auf dem «alten» Stand weiterbetreiben wollen.

Alternative: Datenbank aus der Cloud

Statt lokal neue Windows- oder SQL-Server in Betrieb zu nehmen, lohnt sich vielleicht das Prüfen der entsprechenden Cloud-Versionen aus Microsoft Azure. Sie sparen sich den ganzen Installations- und viel Betriebsaufwand und bezahlen den Dienst je nach Funktionsumfang und Nutzung.

Achtung Umsysteme

Natürlich ändert mit dem neuen SQL Server nicht nur die Datenbank-Komponente, sondern auch weitere Dienste wie Integration Services, Analysis Services oder Reporting Services. Für diese gibt es keinen «Kompatibilitätsmodus». Das heisst, dass beispielsweise Integration-Services- bzw. DTSX-Jobs konvertiert und angepasst werden müssen. Dasselbe gilt auch für die Reports. Für diese Aufgaben ist entsprechend mehr Zeit einzuplanen.

Und was ist mit Windows 2008 R2?

Um ihre Server mit Windows 2008 R2 zu ersetzen haben Sie noch ungefähr ein halbes Jahr Zeit. Ein direktes Upgrade von 2008 auf 2016 oder 2019 ist nicht mehr möglich, sondern erfordert den Zwischenschritt auf Windows Server 2012. Bei Servern, die als Applikations- oder Webserver dienen, ist ein paralleler Testbetrieb erfahrungsgemäss am einfachsten. Apps, die, wie die meisten von Leuchter, auf Microsoft .NET basieren, können oft problemlos auf einen «neu installierten» Server «gezügelt» werden. Und falls Abhängigkeiten zu Betriebssystem-Komponenten eingebaut sind, lassen sich diese meist schnell identifizieren. Ob das auch für die Anpassung an die neue Version gilt, ist mit dem Software-Lieferanten bzw. -Hersteller zu klären. Trotzdem gilt: Der beste und sicherste Weg ist immer noch ein «sauber» eingeplantes Upgrade-Projekt, auch wenn sich der Testbetrieb als erfolgreich herausgestellt hat.

Haben Sie Fragen oder können wir sie unterstützen?

Wenn Sie Windows 2008 R2 bzw. SQL Server 2008 R2 einsetzen und trotz (oder gerade wegen) meines Blogbeitrags nicht sicher sind, was sie tun können oder sollen, melden Sie sich ungeniert bei mir. Entweder per Mail, Kontaktformular oder in den Kommentaren unten.